Momentaufnahme Technik, Technologie, Arbeitskräfte 1987
Der Bahnhof Frankfurt (Oder) Rangierbahnhof war 1987 eine Komplexdienststelle der Typenstruktur A und in die Betriebskategorie IV eingeordnet.
Die Dienststelle umfasste den Rangierbahnhof mit der Güterabfertigung Frankfurt (Oder) und dem unterstellten Bahnhof Oderbrücke mit der Güterabfertigung Frankfurt (Oder) II.
Im Bahnhofsbereich befanden sich weitere Dienststellen der DR:
- Bahnbetriebswerk Frankfurt (Oder) Betriebsteil Rbf
- die Eisenbahnerversorgung (Ebv)
- Wagenmeisterbezirk 2 des Bww Frankfurt (Oder) mit den
Wagenmeisterposten Fgs und Fgw
- Streckenmeisterbezirk 2 und 2a der Bahnmeisterei Frankfurt (Oder)
- Signalwerkstatt Rbf des Iw SFP Frankfurt (Oder)
- Fernmeldewerkstatt des IwSFP Frankfurt (Oder)
- Starkstrommeisterei Frankfurt (Oder) Unterhaltungsstelle Rbf
Leistung:
Nordseite: tägliches Soll nach Fahrplan 36 Züge mit 1368 Wagen
Südseite: tägliches Soll nach Fahrplan 23 Züge mit 782 Wagen
Züge gesamt
| aufgelöst | 16134 |
| gebildet | 18070 |
| behandelt | 574 |
| umgespannt | 6201 |
Technische Anlagen
- Hauptablaufberg Fgn für das Nordsystem des Bahnhofs, Ausrundungshalbmeser 300 m
- Hauptablaufberg Fgl für das Südsystem des Bahnhofs, Ausrundungshalbmesser 300 m
- Nebenablaufberg Fgk für die Nachordnungsgruppe, Ausrundungshalbmesser 400 m
- Nebenablaufberg Fgf, Ausrundungshalbmesser 234 m
Die Ablaufberge Fgn, Fgl und Fgk waren mit Abdrücksignalen (Lichtsignalen) und Signalwiederholer ausgerüstet.
In den Ablaufsystemen waren als rangiertechnische Einrichtungen
- FEV-Balkenbremsen als Talbremsen (zweischienige Zweikraftbremsen)
- FEW-Richtungsgleisbremsen (einschienige Zweikraftbremsen)
- FEW-Gummibremsen zur Gefälleausgleichbremsung
vorhanden.
In den Ablaufsystemen bestanden jeweils in Ablaufrichtung vor der Staffel der Talbremse je zwei Hemmschuhgleisbremsen, welche bei Störungen der Talbremse genutzt wurden.
Elektrotechnische Weichenheizung in allen Bezirken
Stationäre Druckluftanlagen für den Bremsbetrieb in den Gruppen Nord und Süd.
Die Wasser- und Stromversorgung erfolgte aus dem öffentlichen Netz
Technologie Gruppe Nord
Alle Güterzüge, welche aus dem südlichen Raum Frankfurt (Oder) erreichten und rangierdienstlich behandelt werden mussten, endeten in der Regel auf dem Rangierbahnhof Frankfurt (Oder) in der Einfahrgruppe Nord. Hierzu zählten insbesondere Züge aus Polen und der Sowjetunion über den Grenzbahnhof Oderbrücke, des weiteren aus den Cottbuser Raum und aus der Richtung Grunow, Beeskow.
Es standen neun Einfahrgleise (92 - 100), das Gleis 101 als Einfahr- und Lokfahrgleis und das Gleis 91 als ein Teil der Nordumfahrung zur Verfügung. Die Gleise 98 und 99 waren bei Bedarf für das Aufstellen von Fahrzeugen mit Lademaßüberschreitung und Militärtransporte vorgesehen.
Leistungen in 24 Stunden
| Regelzüge | 36 |
| Bedarfszüge | 3 |
| Eckverkehr | 8 |
| Einheiten gesamt | 47 |
Hinzu kamen Fahrzeuge, die entsprechend ihrer Beschaffenheit, einzeln behandelt werden mussten.
Zuständiger Fahrdienstleiter war der von Fgr. Das Befehlsstellwerk war Zugmeldestelle für die eingleisige Strecke Richtung Booßen und für die aus Frankfurt (Oder) Pbf über die Gleise 211, 212 und 213 verkehrenden Züge. Zugfahrten über Gleis 211 waren nur auf besondere Weisung zulässig.
Zum Fahrdienstleiter-Bezirk Fgr gehört das Ablaufstellwerk Fgn. Als weiterer Betriebseisenbahner war eine örtliche Aufsicht vorhanden. Die Aufsicht war zuständig für die Einfahrgruppe Nord und die Richtungsgruppe Nord bis Höhe Wasserturm. Für die Behandlung der Frachtpapiere gab es einen Zugabfertiger.
Richtungsgruppe Nord
Zur Auflösung der in der Nordgruppe eingefahrenen Güterzüge standen insgesamt 13 Richtungsgleise zur Verfügung.
| Gleis | Nutzbare Länge m |
Ziel | Räumung in 24 h |
| 39 | 470 | Ortsgüterbahnhof | 2x |
| 40 | 470 | Rosengarten Gbf/ Erkner | 3x |
| 41 | 530 | Wustermark | 2x |
| 42 | 541 | Seddin | 1x |
| 43 | 541 | Berlin Pankow | 3x |
| 44 | 538 | Fürstenwalde | 4x |
| 45 | 563 | Ziltendorf/ Eko | 3x |
| 46 | 508 | Senftenberg | 3x |
| 47 | 509 | Rückläufer PKP | 1x |
| 48 | 479 | Vorstation für Schönfließ, Seelow, Kietz | 3x |
| 49 | 454 | Eckverkehr Fgl | 4x |
| 50 | 415 | Wriezen | 3x |
| 51 | 139 | Bw Rbf | 2x n. Bedarf |
Für die Zugbildung waren im Bereich der Nordgruppe 10 Zielbahnhöfe vorgesehen. Zusätzlich wurden drei Gleise für die Bahnhofsbedienung verwendet
Ausfahrgruppe Nord
Das Fahrdienstleiterstellwerk Fgw war die Zugmeldestelle für die Ausfahrgruppe Nord. Der Fahrdienstleiter war zuständig für alle Züge der zweigleisigen Güterzugstrecke von und nach Booßen sowie von und nach Rosengarten Güterbahnhof. Zum Fahrdienstleiterbezirk gehörten die Stellwerksbezirke Fgk sowie Fgl der Einfahrgruppe Südseite. Die Hauptaufgaben im Rangierbezirk Fgk bestanden in der Bildung der auf der Nordseite ausgehenden Züge. Das Nachordnen für Mehrgruppen- und Nahgüterzüge erfolgt mittels Ablaufverfahren über den Nebenablaufberg Fgk.
Die Sollstärke der Rangierkolonne betrugt: 1 Rangiermeister, 1 Rangierleiter, 1 Rangierarbeiter. Eine Rangierlok der Baureihe 106 war durchgehend eingesetzt. Als weiterer Betriebseisenbahner war eine örtliche Aufsicht vorhanden. Die Aufsicht war für die Zugbildung und die Behandlung der Umspannzüge auf der Nordseite zuständig. Für die Zugfertigstellung war der Bereich durchgehend mit zwei Zugfertigsteller besetzt.
Die Ausfahrgruppe bestand aus den Gleisen 1 bis 7, wobei das Gleis 1 durchgehendes Hauptgleis und überwiegend als Umspanngleis genutzt wurde. Die Anbindung an das Bw erfolgte über die Lokverbindungsgleis 15.
Technologie Gruppe Süd
In der Einfahrgruppe Fgl endeten Züge zur Auflösung aus dem Berliner Raum über Rosengarten Güterbahnhof und aus dem Norden und Nordosten aus der Richtung Eberswalde und Kietz.
Es standen sechs Einfahrgleise (9 - 14), das Gleis 8 als Lokfahrgleis sowie das Gleis 16 als Verbindungsgleis zur Ausfahrgruppe Fgw zur Verfügung. Das Gleise 14 wurde vorwiegend als ein Teil der Südumfahrung genutzt.
Leistungen in 24 Stunden
| Regelzüge | 23 |
| Bedarfszüge | 1 |
| Eckverkehr | 4 |
| Feuerrampe | 2 |
Zuständiger Fahrdienstleiter war der von Fgw. Das Befehlsstellwerk war Zugmeldestelle für die zweigleisige Güterzugstrecke von und nach Booßen und für die von und nach Rosengarten Güterbahnhof verkehrenden Züge.
Zum Fdl-Bezirk Fgw gehörten in der Südgruppe der Stellwerksbezirk Fgl . Als weiterer Betriebseisenbahner war eine örtliche Aufsicht vorhanden. Die Aufsicht Fgl war zuständig für die Einfahrgruppe und die Richtungsgruppe Süd. Eine weitere Aufgabe war das Bedienen der WÜST der Anschlussbahn des Binnenhafen. Für die Behandlung der Frachtpapiere gab es einen Zugabfertiger.
Die Sollstärke der Rangierkolonne am Ablaufberg betrug 1 Rangiermeister, 1 Rangierleiter, 1 Rangierarbeiter, 1 Rangierzettelschreiber.
Der Ablaufberg war durchgehend mit einer Rangierlok der BR 106 besetzt.
Richtungsgruppe Süd
Zur Auflösung der in der Südgruppe eingefahrenen Güterzüge standen insgesamt 13 Richtungsgleise zur Verfügung.
| Gleis | Nutzbare Länge m |
Ziel | Räumung in 24 h |
| 31 | 182 | Eckverkehr, Hafenbahn | 3x |
| 32 | 222 | Eckverkehr, Bw Rbf | 3x n. Bedarf |
| 33 | 256 | Eckverkehr, Fgl - Fgn | 4x |
| 34 | 256 | Ortsgüterbahnhof | 3x |
| 65 | 487 | Ziltendorf einschließlich Eeisenhüttenstadt | 3x |
| 66 | 476 | Simianowska | 2x |
| 67 | 339 | Regulierungswagen | 1x behandeln |
| 68 | 335 | Militärverkehr | 1x n. Auftrag |
| 69 | 383 | Differenzwagen ohne Papiere | 1x behandeln |
| 70 | 460 | E -Wagen leer OPW | 3x |
| 71 | 538 | Pbf | 3x |
| 72 | 514 | PKP -Fracht- und Leerwagen (außer E- Wagen) | 3x |
| 73 | 528 | Cheremcha | 2x |
| 74 | 481 | Cottbus Eil- und Frachtgut | 2x |
| 75 | 528 | Cottbus leere E- Wagen | 3x |
| 76 | 455 | Eisenhüttenstadt | 2x |
| 77 | 442 | Unterwegsbahnhöfe Beeskow, Kw | 1x |
| 78 | 458 | Vorstation (Mü, Gr, Fih) | 1x |
Das Fahrdienstleiterstellwerk Fgm war zuständige Zugmeldestelle für die Ausfahrgruppe Süd. Der Fahrdienstleiter war zuständig für das Ausfahrgleis der Güterzugstrecke nach Frankfurt (Oder) Pbf.
Die Sollstärke der Rangierkolonne betrugt: 1 Rangiermeister, 1 Rangierleiter, 1 Kuppler. Eine Rangierlok der Baureihe 106 war durchgehend eingesetzt. Als weiterer Betriebseisenbahner war eine örtliche Aufsicht vorhanden. Die Aufsicht war für die Zugbildung und die Behandlung der Umspannzüge auf der Südseite zuständig. Für die Zugfertigstellung war der Bereich durchgehend mit Zugfertigsteller besetzt.
Die Ausfahrgruppe bestand aus den Gleisen 109 bis 116, wobei das Gleis 109 als Lokfahrgleis genutzt wurde.